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Flamingo Kinderhospiz eröffnet

Anfang Jahr wurde in Fällanden (ZH) das Flamingo Kinderhospiz eröffnet: Kinder und Jugendliche mit lebenslimitierenden Erkrankungen und ihre Familien finden dort Geborgenheit und Entlastung.

In der Schweiz leben mehr als 10’000 Kinder und Jugendliche mit schweren und unheilbaren Krankheiten, die ihr Leben verkürzen. Sie sind meist sehr stark beeinträchtigt, unselbständig und brauchen rund um die Uhr Betreuung und Medikamente. Ihre Familien sind Tag und Nacht gefordert: Sie pflegen, organisieren und begleiten oft über Jahre hinweg. Im öffentlichen Leben sind sie vielfach unsichtbar.

Bei wiederkehrenden Aufenthalten stehen im Flamingo Kinderhospiz ganzheitliche Betreuung, Spezialisierte Pädiatrische Palliative Care und individuelle Unterstützung im Mittelpunkt. «Viele Betroffene Familiensind am Ende ihrer Kräfte», sagt Geschäftsführerin Elisabeth Brenninkmeijer. «Im Flamingo Kinderhospiz wollen wir sie unterstützen und stärken.» Acht Kinder und ihre Angehörigen finden gleichzeitig Platz im Haus, bis zu 28 Tage im Jahr. 

Breites Angebot

Zum Angebot gehören beispielsweise: Geschwistergruppe, Physiotherapie, freies Malen, Klangzeiten, Besuche von Traumdoktoren und -doktorinnen und Therapiehunden, Schul- und Kindergartenunterricht in Kooperation mit der Spitalschule des Universitäts-Kinderspital Zürich (Kispi). All das schafft Raum für Ausdruck, Entwicklung und Begegnung. «Im Kinderhospiz geht es darum, die Lebensqualität der Familien zu verbessern, mit fachlicher Begleitung, aber genauso mit Wärme, Zeit und Nähe», sagt Elisabeth Brenninkmeijer.

Versorgungssystem mit Lücken

Während in Europa bereits mehr als 130 Kinderhospize bestehen, hinkt die Schweiz hinterher. Mit dem Flamingo Kinderhospiz wurde erst die zweite Institution im ganzen Land eröffnet. Bis heute verfügen Kinderhospize und die Spezialisierte Pädiatrische Palliative Care über keinen eigenständigen Status im Schweizer Gesundheitswesen. Eine kostendeckende Finanzierung fehlt. Kinderhospize müssen sich hauptsächlich über Spenden finanzieren. 

Kinderhospize sind kein Luxus

«Ein Kinderhospiz ist kein Luxusgut. Unsere Arbeit ist für die betroffenen Familien von grosser Bedeutung», sagt Juerg Herren, Präsident der Stiftung Kinderhospiz Schweiz. «Diese Familien sind Teil unserer Gesellschaft. Es ist unsere Aufgabe, sie zu unterstützen. Hier braucht es politische Rahmenbedingungen, die diesen Familien Rechnung tragen und ihre Bedürfnisse berücksichtigen. Konkret braucht es eine Finanzierung, die die anfallenden Kosten deckt. Die Schweiz muss sich das leisten können.»

NICOLA PRESTI

Über die Stiftung Kinderhospiz Schweiz

Seit 2009 begleitet die Stiftung Kinderhospiz Schweiz Kinder und Jugendliche mit lebenslimitierenden Erkrankungen und die Menschen, die ihnen am nächsten stehen. Sie fördert die Kinderhospizarbeit in der Schweiz und Liechtenstein und schliesst damit die Lücke zwischen Spitalaufenthalt und Pflege zu Hause. Ziel der gemeinnützigen, politisch und konfessionell neutralen Stiftung ist es, betroffene Familien und deren gesunde Geschwister ganzheitlich zu begleiten, zu unterstützen und ihre Lebensqualität nachhaltig zu stärken. Ihre Angebote sind das Flamingo Kinderhospiz in Fällanden (ZH) sowie die Familien Ferienwochen Davos (GR). Sitz der Stiftung ist in Fällanden. Als steuerbefreite Organisation steht sie unter der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht.